Der Anstoß von Herrn Prof. Dr. Weber war wichtig und gerechtfertigt. Wir sind Prof. Dr. Weber sehr dankbar, wenn er Defizite in der theoretischen Ausbildung offen anspricht.
Die von ihm monierte Bequemlichkeit, der fehlende innere Antrieb zur aktiven Mitarbeit, die Unfähigkeit sich vor Kommilitonen und kritischen Publikum in qualifizierten Fragen und Beiträgen zu artikulieren und das fehlende inhaltliche Verständnis sind ohne Zweifel Realität im Lernbetrieb der Berufsakademie.
Doch wie ein Hund nur durch eine qualifizierte Ausbildung zum einem guten Jagdhund wird, um bei dem Beispiel von Prof. Dr. Weber zu bleiben, müssen auch die Studenten der Berufsakademie auf die Aufgaben vorbereitet werden, die sie in einer aggressiven Wettbewerbsgesellschaft erwarten. Der Vorlesungsstoff wird vielfach nicht auf Verständnis abgefragt, sondern nur nach Reproduktion. Es gehört sicherlich dazu, mit den Fachbegriffen vertraut zu sein. Wenn aber z. B. "Planung" mit "Antizipation von Eventualitäten und Potentialitäten" beschrieben, und dies stur auswendig gelernt werden muß; ohne dafür eigene Wörter in deutscher Sprache zu finden, so bleiben zwangsläufig der innere Antrieb zur aktiven Mitarbeit und das inhaltliche Verständnis auf der Strecke. Es wäre sinnvoll an der Berufsakademie die Lerninhalte in Workshops, d.h. die aktive Mitarbeit der Studenten, zu trainieren, statt auf stures Auswendiglernen zu bauen. Natürlich ist der Zeitraum für die Ausbildung an der Berufsakademie sehr gestrafft, aber z. B. Zeit für ein Internetseminar muß sein.
Auch die Ausbildungsbetriebe sollten stärker in das System eingebunden werden. Die Qualität der innerbetrieblichen Ausbildung weist große Unterschiede auf. Dies gilt besonders für viele kleine mittelständische Betriebe in der Fachrichtung Industrie III. Über die Auditierung der Ausbildungsbetriebe durch die Fachleitung, sowie die ständige Kommunikation und Kontrolle sollte intensiv nachgedacht werden. Ein erster Schritt dazu wäre, die Ausbildungsbetriebe zu veranlassen, sich stärker auch durch Teilnahme an den Besprechungen in der Berufsakademie zu engagieren.
Ein sehr lobenswerter Schritt, das passive Verhalten der Studenten zu ändern, hat unser Fachleiter Prof. Dr. Weber mit dem Projekt "Fritz" unternommen. Auch die Möglichkeit, an einem Auslandsaufenthalt (Atlanta) teilzunehmen, war eine hervorragende Initiative. An dieser Stelle danke ich allen Beteiligten, die dieses Auslandssemster ermöglicht haben.
Es gab noch weitere Sternstunden an der Berufsakademie, die keinesfalls an dieser Stelle unerwähnt bleiben sollen: So war jede Minute in den Vorlesungen von Prof. Dr. Kluck eine Bereicherung. Besonders hervorzuheben ist die Exkursion zum Postverteilungszentrum und der Firma Neoplan. Ebenfalls unvergeßlich sind die Vorlesungen von Herrn Sommer, der es verstand, uns in einer sehr bildlichen Art und Weise die VWL näher zu bringen. So werden jedem Studenten die Ausführungen vom Leuchtturm und dem Würger im Gedächtnis bleiben.
Auch Prof. Dr. Jorzik verstand es, seine Vorlesungen mit vielen Praxisbeispielen
interessant zu gestalten. Lobenswert erwähnt seien an dieser Stelle
auch Frau Dollinger und Prof. Dr. Steger. Die Kommunikations- und Rhetorikseminare
bildeten eine sinnvolle Ergänzung zum Studium. Zum Schluß bedanken
wir uns sehr herzlich bei Frau Ströbel. Als guter Geist hat sie uns
in ihrer stets hilfsbereiten Art drei Jahre begleitet.