Für die größte
Aufregung während des gesamten Studiums sorgte die Firma Nanz. So wurde
der Umbau der Filiale direkt gegenüber der BA während des Studiums
vorgenommen. Wohin sollten fortan die hungerleidenden, mensageschädigten
Studenten streben, wenn nicht in ihr angebetetes Heiligtum? Was sollte Matthias
B. ohne seine legendäre Salami-Laugenstange machen? Was sollte mit unseren
Fischköpfen geschehen, die jeden Morgen den Luxus einer frischgebackenen,
schwäbischen Brezel genossen? Was passierte mit unserer heiß und
innig geliebten Salatbar? Und was ist mit der, aus Männersicht, mindestens
ebenso geliebten blonden Kassiererin, bei der Mann gerne auch fünf Minuten
in der Schlage stand, um ihre weiß lackierten Fingernägel zu bestaunen?
Was sollte aus unserem freundlichen Herrn Ylidi (gesprochen: Schlidi) in der
Getränkeabteilung passieren, der uns täglich mit unserer Wunderdroge
(roter Sprudel) versorgte und sich sogar für einen Pfennig Trinkgeld
bedankte? Mit größter Unsicherheit standen wir vor all diesen Fragen.
Unsere Zukunft hing von ihnen ab! Würde alles sich wieder zum Guten wenden
oder war es das Ende einer glücklichen, unbeschwerten Studentenzeit?
Nach einigen Wochen, des Bangens, der Sorge um unsere Zukunft und des Nachts-nicht-schlafen-könnens,
kam der Tag, an dem wir mit der bitteren Wahrheit konfrontiert wurden. Es
war erschreckend, wir konnten unseren verschlafenen Augen nicht trauen. Konnte
das sein? Oder hat der frühmorgendliche Nebel unsere Sinnesorgane getrübt?
Nein, es war tatsächlich so! Wir standen mit weit aufgerissenen Augen
wahrhaftig davor, und wir konnten das Schicksal nicht mehr abwenden! Unser
Hoffen, unser Kämpfen und unser Optimismus hatte nichts geholfen. Es
gab keinen Nanz mehr! Stattdessen grinsten uns neun freche, giftgrüne
Buchstaben entgegen: ALLFRISCH. Sollte dies der karge Ersatz für unser
heißgeliebtes, angebetetes Heiligtum sein? Mit großer Obacht und
unter Beachtung aller Vorsichtsmaßnahmen, wie wir sie aus den Folgen
61, 83 und 113 aus Derrick kennen, observierten wir das mysteriöse Objekt.
Obwohl alles völlig normal schien, blieben wir am Anfang etwas skeptisch.
Erst als unsere Soko Bucher-Cevra-
Lura alle gesund und mit leuchtenden Augen und erhobenen Hauptes von
ihrer ersten Inspektion zurückkamen, waren wir wieder voller Hoffnung.
Und es bestätigte sich! Matthias machte Freudensprünge, als er
die Geschmackskombination aus Gurke, Salami und Laugenbaguette als den
einzig-wahren Nanz-Geschmack identifizieren konnte. Alen bekam leuchtende
Augen, als er erzählte, daß Herr Ylidi wieder die frisch gebrauten
Hefe-Getränke bereithält. Nur Jens war vor lauter Aufregung kaum
wiederzuerkennen, als er völlig aufgelöst schilderte, wie die
hübsche Kassiererin ihm die 56 Pfennig Rückgeld verführerisch
in die Hand drückte. Somit war alles wieder beim alten, und es gibt
sie doch: Die Gerechtigkeit an der BA!