In
dem gleichen
Jahr, in dem die erste Winterpauschalreise organisiert, die erste
elektronische
Christbaumbeleuchtung erfunden, und die kaukasische Stadt Schemanscha
von
einem Erdbeben zerstört wurde, ist unser Kalle Popper geboren
worden.
Es war also im Jahre 1902, als unser Kalle in der Doppelmonarchie
Österreich-Ungarn
von einem Wiener Pfarrer auf den Namen Karl Raimund Popper getauft
wurde.
Dieser Karl Popper wuchs dann auch im schönen Wien, mit den vielen
Kaffeehäusern auf. Damit aus dem Bub auch mal ein echter
Öschi
werden konnte, ging Familie Popper jedes Jahr zur Sommerfrische in die
Tiroler Berge. Der Kalle war jedesmal erstaunt, wie seine Landsleute
nur
so große und schöne Berge für die Touristen bauen
konnten.
Das war schon stark! Als der Kalle endlich in die Knabenschule kam,
wollte
er unbedingt zu den Wiener Sängerknaben, weil die so tolle Hemden
hatten. Kalle war aber total unmusikalisch und konnte absolut nicht
singen,
deshalb war er dort nicht lange. So trieb sich der Kalle eben
häufig
im Wienerwald herum, oder fuhr mit dem Riesenrad, bis im schlecht war.
Die Jahre vergingen....
Die Mutter arbeitete im Hotel Sacher und brachte jeden Abend für den Kalle ein großes Stück leckeren Kuchen mit nach Hause. Dem Kalle gefiel das so gut, daß er gar nie von zuhause weg wollte. Deshalb studierte der Kalle auch in Wien, dort gab es ja auch eine Universität, und gar keine schlechte. Das war schon praktisch! Und weil der Bub nicht recht wußte was er werden wollte, studierte er alles quer durcheinander: Geschichte, Literatur, Medizin, Psychologie, Physik und sogar ein bißchen Mathematik. Manchmal wurde ihm das alles aber zuviel, und der Kalle hatte gar keine Lust mehr auf die Studiererei und das Bücherwälzen in der Uni-Bibliothek. Dann ging er in den Heurigen. Nach einigen kleineren oder größeren Gläsern grünen Veltiner, wurde Kalle manchmal auch ganz grün und fing mit dem Philosophieren an. Über das Wissen und die Wahrheit......
Als der Kalle dann 26 Jahre alt wurde, (er war schon Lehrer und Tischler) gab es zum Geburtstag eine super Überraschung. Die Mutter schenkte ihm eine leckere Sacher-Torte mit 25 Kerzen drauf. (mehr Kerzen gab es beim Kaufmann leider nicht, aber das war auch egal, denn der Kalle war im zählen sowieso nicht so gut) Vom Vater, dem promovierten Freimaurer, bekam er eine rindslederne Tasche. Aber das schönste Geschenk bekam er von der Uni. Sie schenkte ihm einen tollen goldenen Bilderrahmen mit einer Doktorurkunde drin, weil der Kalle so toll philosophieren konnte. Da hat sich der Kalle aber riesig gefreut!
Und weil der Kalle ja jetzt eine eigene Tasche hatte, wollte er sie auch gleich einmal ausprobieren. Er packte also gleich sein blaues Hemd, den grauen Pullover und die gute Sonntagshose ein. So, nun konnte der Kalle endlich die Welt bereisen. Weil er sich einmal mit einer "Frankfurter Schule" verkracht hat, wollte er nicht nach Deutschland fahren. Dort war es ihm sowieso zu kalt. Also schaute Kalle sich den Rest der Welt an: Mallorca, Ibiza, und einmal war er sogar in Neuseeland. Dort wurde er aber im Schlaf überfallen und ausgeraubt, so daß er gar kein Geld mehr hatte und deshalb an der Canterbury University unterrichten mußte. Kalle gefiel es in Neuseeland aber nicht so sehr, denn dort gab es keine Berge und auch keine Kühe, nur Kiwi’s und Schafe. Das war blöd. Und weil der Kalle nicht viele Freunde in Canterbury hatte, war es ihm oft langweilig und er schrieb einfach nieder wie er sich in dieser "offenen Gesellschaft von seinen Feinden bedroht" fühlte. Als er nach 8 Jahren endlich genug Geld beisammen hatte, um heimzufahren, nahm er gleich daß nächste Schiff nach Europa. Weil aber das Schiff nicht in Österreich anlegen konnte, mußte er nach England mitfahren. Das war aber gar nicht so schlimm für Kalle, denn dort hat er auch gleich eine Freundin und Arbeit gefunden. Jeden Tag ging Kalle dann zur London School of Economics und erzählte "von der Logik in der Forschung". Das konnte der Kalle so gut, daß sogar die Queen ganz begeistert war und ihn gleich zum Ritter schlug. Das fand Kalle echt lustig, denn nun war er "Sir-Kalle". Aber noch witziger hätte er es gefunden, wenn er eine Ritterrüstung bekommen hätte, dann hätte er mit den Drachen kämpfen können. Was? Sie glauben nicht das es heute noch Drachen gibt und diese Geschichte über Karl Popper wahr ist? Na, da seien Sie sich mal nicht zu sicher, denn: unser Wissen ist nur kritisches Raten!