Jürgen K.
Kennengelernt
haben wir Ihn als den netten, lieben 20-jährigen Jungen von
nebenan,
gesellig, genießerisch, schon immer einen guten Glas Wein
verfallen
war. Er fiel sogleich durch seine ausgesprochenen Einladungen zu
diversen
Parties auf, die aber nur von einem kleinen Kreis bekannter BA'ler
besucht
wurden. Im Laufe der BA-Zeit stellte er sich als Fotograf heraus, der
mehr
oder weniger den Blick für's Objekt hatte und dessen Fotomodelle
auffällig
ähnliche Kriterien aufwiesen. Jedenfalls war seine professionelle
Ausrüstung stets vorbildlich, was, wie man weiß, noch lange
kein Kriterium für gute Bilder ist. Des weiteren ist er für
seine
virtuellen Vorlieben bekannt. So beschäftigte er sich nicht nur in
seiner Freizeit mit Computern und Internet sondern auch in seiner
Diplomarbeit.
Den wenigsten ist bekannt, daß er dem BA-Streß oft auf
seinen
Drahtesel entflieht, den er in halsbrecherischer Weise in weite Ferne
lenkt.
An der BA war er häufig in Begleitung seiner Busenfreundin Monika zu sehen, fiel dann und wann durch seine abrupten Abbrüche von gesellschaftlichen Ereignissen auf. Daß er die Kulturtechnik "telefonieren" noch immer nicht verinnerlicht hat und in mancher Beziehung mit dem D-Zug durch die Kinderstube gefahren ist, verzeiht man ihm ob seiner Vehemenz und Kontinuität, wie er dies in der Öffentlichkeit vertritt. So bleibt er seinem Stil wenigstens treu.
Im Unterricht war die Lektüre von Spiegel und Wirtschaftswoche selbstverständlich
wichtiger, als die hochgeistigen Ausführungen der sich mühenden
Dozenten, was jedoch nur von einem Dozenten wirklich auf gebührende Weise
honoriert wurde, von Jürgen K. jedoch beflissentlich mißverstanden
wurde.

Nach dem geklonten britischen Schaf Dolly hat es wohl im Hirn von Jürgen
K. auch etwas geklont. Plötzlich war er von der Manie besessen, sich
ständig zu klonen und alles lebendige in seiner Umwelt durch Phagozytose
aufzunehmen, um sich weiter klonen zu können. Gott sei Dank wird er jedoch
bei dieser Ausgabe Jürgen K. bleiben, der manchen Eingeweihten als losgelassener
Luftballon während seiner Humor- und Witzigkeitsbezeugungen in Erinnerung
bleiben wird. .