Dr. Martin Schmauder
Das 5.
Perzentil
Mann unter den Dozenten, mit Namen Dr. Martin Schmauder nahm, trotz
anfänglicher Enttäuschung, ("Ich dachte in Ihrem Kurs
wären
keine Herren") jede Art von Belastung und Beanspruchung auf
sich,
um einen wissensdurstigen Kurs von BA‘lern in die Geheimnisse der Arbeitswissenschaft
und Ergonomie einzuführen.
Jeden Freitag nachmittag ("Warum muß ich immer Freitag nachmittags Vorlesung halten?") nahm Dr. Schmauder mit seinem weißen VW-Käfer Cabrio den Kampf mit der heimtückischen Parkplatzschranke auf. Nur nach wiederholten, eindringlichen Warnungen des luftgekühlten Boxer-Motors ließ sich die BA-Schranke überzeugen und gab dem VW-Käfer mit "Magic Schmauder" und den zwei Zauberkoffern freie Fahrt.
Obwohl das Tragen und Heben der überdimensionierten Koffer auf Dauer auch nicht von Dr. Schmauder schadlos durchführbar ist, konnte ihn nichts davon abhalten, die Vorlesung durch den Inhalt der Koffer (Zange, Gartenschere, Infrarot-Zeigestab) immer sehr anthropozentrisch zu gestalten.
Die Arbeitswissenschaft-Vorlesung gehörte somit nicht nur zu den monton-zumutbaren Veranstaltungen, sondern zu den persönlichkeitsfördernden. Durch diese Vorlesung hat sich in unserem Leben einiges verändert - haben die kleinen Dinge des Alltags, eine tiefere Dimension bekommen: So haben wir gelernt wie man die Dinge im Leben richtig anpackt: durch Form- oder Reibschluß. Nie wieder werden wir, den Wasserhahn beim Zähneputzen gedankenlos benutzen, Lampen mit Leuchten verwechseln oder durch einen österreichischen Bergtunnel fahren ohne zu wissen, daß dieser von einer Natriumdampf-Niederdrucklampe mit 600 nm ausgeleuchtet wird.
Während der Vorlesung haben wir erlebt, daß die Wände der Berufsakademie selbst einer Beschallung von 100 dB(A) mit Grönemeyers "Sie mag Musik nur wenn Sie laut ist" standhalten können und wir waren dabei, als Erhardt beinahe von einem Mofa überfahren wurde. Am meisten gestaunt haben wir allerding, als wir erfahren haben, daß Sinus und Cosinus gar nicht die Sänger der Backstreet Boys sind, und daß forschende Wissenschaftler ihren Humor nicht bei der Promotion abgeben müssen.