Thomas W.
Stets
pünktlich
vor Vorlesungsbeginn anwesend, mit unauffälligem Erscheinungsbild,
(er trug meist die selbe Jacke und war bei schlechtem Wetter mit einem
bunten Regenschirm bewaffnet) war er durch seine ruhige Art, für
mich
ein ruhender Pol im hektischen Vorlesungsalltag. Wäre da nicht die
absolut unentzifferbare Schrift gewesen, in der er seine Manuskripte
verfaßte,
er wäre DER Kommilitone für all meine fehlenden Aufschriebe
gewesen.
Weiterhin hatte er zusätzlich zu der überirdischen Intelligenz, über die jeder BA-Absolvent verfügen muß, noch die Kraft, auch mit zerschmetterten Gliedern bzw. gebrochenem Arm die Torturen des Vorlesungsalltages zu ertragen. Diese Kraft schöpfte er wohl aus dem unergründlichen Tiefen eines heißen Gebräues, daß er zu jeder Pause aus übel anzusehenden braunen Plastikbechern genoß. Zusammen mit einer Feststoffdroge namens LKW, die er wie viele andere auch, über einen in nächster Nähe befindlichen Dealer (Codename Allfrisch) bezog, schaffte er es die harte BA-Zeit zu überstehen.
Ich denke, er wird uns allen als guter Studienkollege in Erinnerung bleiben, dessen Vergütung noch übler war, als die unsere und trotzdem stets frohen Mutes und gut für einen kleinen Scherz war.